5/24/2013

THE HISTORY OF COLOUR TV

Auf ihrer Facebook-Seite stellen sie sich mit dem bescheidenen Satz vor: "We play Pop Music". Was die Berliner allerdings darunter versteht, ist eine extrem laute Variante von Pop: Angetrieben von verzerrten Gitarren, minimalem Schlagzeug und synthielastigen Soundlandschaften verweben THE HISTORY OF COLOUR TV die Euphorie und den Schmerz eines schimmernden Tagtraums in ihren Shoegaze-Welten.

Ihre Inspirationen sind Künstler wie "Big Black",  "Slowdive" und "Wesley Willis", die sich allesamt Themen wie waberndem Noise und der Auseinandersetzung mit Bewusstseinsströmen auseinander gesetzt haben.

Live bieten sie ein Klanggewitter, das alle Shoegaze-Fans verzaubern wird. Wir freuen uns deshalb sehr, sie am 7. Juni im W1 präsentieren zu dürfen und eine Gratis-Mp3 ihres Krachers "I knew it was wrong but i did it anyway" gibt es hier! Und hier gehts zum Facebook-Event!
http://thehistoryofcolourtv.bandcamp.com

5/11/2013

LET'S BE LOVELESS

Woher diese Brooklyner Band die Inspiration für ihren Namen hat, ist für Shoegaze-Fans nicht schwer zu erraten. "Loveless" ist das Meilenstein-Album der Szene und LET'S BE LOVELESS treten mit ihrem charmanten gazigen Pop zwar nicht in die verzerrten Fußstapfen von MY BLOODY VALENTINE, sondern sind eher mit ihren Stadtviertel-Kollegen THE PAINS OF BEING PURE AT HEART verwandt und ihre musikalischen Referenzen liegen bei Bands wie RIDE oder THE SUNDAYS. Klassische Popsongstrukturen treffen hier auf mädchenhaften Gesang, den man sich am besten beim Fahrradfahren in den sommerlichen Sonnenuntergang anhört!

Die bezaubernde EP wurde gerade veröffentlicht, auf Bandcamp kann man sich auch noch kostenlos ihren Song "Assassination" herunterladen, der - und hier schließt sich wieder der Kreis - am Valentinstag veröffentlicht wurde.


4/05/2013

MEDICINE

Eigentlich waren MEDICINE reserviert für einen Artikel in der Rubrik "Eternal", doch auch diese Shoegaze-Band ist nach 18 Jahren der Abwesenheit zurück, wie auch die andere Legende des Noise-Gewitters MY BLOODY VALENTINE es nach 22 Jahren der Abwesenheit wieder zurück geschafft hat. Das ist natürlich ein besonders schöner Zufall, denn MEDICINE wurden immer als nächste Verwandte zu MY BLOODY VALENTINE angesehen.
Aus dem sonnigen Kalifornien kommend, spielten MEDICINE einen extrem laute und verzerrte Industrialmäßige Antwort auf die britische Band und ihr Song "Never Click" ist eine perfekte Shoegaze-Hymne mit einer unwiderstehlichen Melodie, eingebettet in einer fiependen Feedback-Orgie.
Zusammen mit Elizabeth Fraser von den Dreampop-Helden COCTEAU TWINS nahmen sie das ätherisch schöne "Time Baby 3" auf, das durch den Soundtrack von "The Crow" sogar eine relativ große Aufmerksamkeit erlangte. Die Band selbst übrigens spielte das Stück sogar im Film auf der Nightclub-Bühne des Bösewichts.

Nun sind MEDICINE mit einem neuen lärmenden Wirbelstück zurück: Vorbote des neuen Albums ist die Single "Long as the sun", die auch als Free-MP3 angeboten wird. Im August gibt es dann mit "To The Happy Few" auch die komplette CD. Und hier ist er, der nächste Shoegaze-Wiedergänger!


3/30/2013

KARL BARTOS

BUREAU B ist ein wunderbares Label, das nicht nur neuen Kraut wie der der großartigen Band CAMERA herausbringt, sondern auch alten Kraut wieder aufwärmt bzw. herausbringt. Und mit dem neuen Album des ehemaligen KRAFTWERK-Mitglieds KARL BARTOS ist ihnen ein Coup gelungen, denn man hört - in Teilen - nicht weniger als das Kraftwerk-Album, das man schon lange als Fan ersehnt hat. Kein Wunder, denn Bartos hat dafür in seinem Musikarchiv gewühlt, alte Skizzen herausgeholt und so klingen Songs wie "Atomium" oder "Rhythmus" wie lange verschollene Kraftwerk-Lieder. Mit "Binary Code" und "Music ex Machina" werden die Roboter aus der Vergangenheit zum tanzen gebracht. Andere Lieder wie "Without a trace of Emotion" erinnern eher an den Eighties-Dancefloor und leider sind auch ein paar etwas kitschige Synthienummern wie "International Velvet" auf dem Album zu finden, aber insgesamt beeinträchtigt dies die Freude an den glasklaren und minimalen Klängen nicht. Großartig ist im Übrigen auch das Coverdesign von "Off The Record", das in seiner Einfachheit zeitlos schön ist, wie viele alte Kraftwerk-Lieder, an denen Bartos mitgeschrieben hat: "Das Modell", "Spacelab", "Taschenrechner" oder "Computerliebe". Mit diesem Album beweist er, dass er nicht nur ein kleines Rädchen in der Menschmaschine war, sondern ein vollwertiger Roboter.


Lieblingslied: "Rhythmus" und "Atomium":

 

3/22/2013

LICHT ZUM STREICHELN: THE LIGHT SHOW LONDON

Es gibt Ausstellungen, in denen man sich in jedem einzelnen Raum Musik dazu wünscht: Laut und shpärisch. Wäre dieser Fakt noch bei der Londoner THE LIGHT SHOW hinzugekommen, dann hätte man in der Hayward Gallery getrost ein LUNASTROM oder SUBLIME abhalten können. Aber auch so bot sich dem Zuschauer einiges Beeindruckendes fürs Auge.

Die ausgestellten Illuminationen reichten von den Sechziger Jahren bis in die Gegenwart und boten so einen schönen Überblick über das Genre. Die bekanntesten Vertreter dürften dabei Dan Flavin sein, der mit seinen minimalen Installationen Weltruhm erlangte oder Olafur Eliasson, mit dessen spektakulären Strobo-Wasser-Gewitter der erleuchtende Abschluss der Ausstellung geboten wurde.

Am Beginn stand jedoch ein leises, glitzerndes rundes Modell von Leo Villareal namens "Cylinder" aus herabregnenden LEDs, das den Besucher empfing. Danach fanden sich Lichtsäulen, die wahrhaft zu atmen schienen. Man wurde durch Räume geschickt, die in strahlendes Blau, Gelb oder Rot getaucht waren und der Retina ein wahrhaftes Farbenmeer schenkten. In einem anderen mysteriösen Raum wurde man gebeten, Überschuhe aus Plastik anzuziehen und wunderte sich, was einen wohl darin erwarten würde: Die Antwort war wunderschön - ein Lichtkegel, der einen anstrahle und durch den leichten Kunstnebeleinsatz im Raum quasi gestreichelt werden konnte. Spätestens hier wünschte man sich tatsächlich ganz laut einen Slowdive-Song dazu hören zu dürfen.


Und so sah das Ganze dann zum Beispiel aus: Der nächtliche Garten des Herrn Eliasson:




Hier noch der Trailer mit einigen Exponaten, die auf Fotos nicht festzuhalten sind:






Und hier ein paar Beispiele, wie wir bei unseren Partys Licht und LED einsetzen.
Ein großes Danke hierfür an Pesi, Mossman und El...