3/09/2015

ETERNAL: JULEE CRUISE

Ohne ihre Stimme wäre "Twin Peaks" nur halb so mysteriös, denn Julee Cruise schafft es wie kaum eine andere Sängerin an der Grenze von Gefühl und Geheimnis zu kratzen und so Schicht für Schicht verborgene Sehnsüchte und Abgründe offen zu legen. Und über diese verehrte Serie gibt es auch einen sanften Brückenschlag zum Shoegaze hin, denn ursprünglich sollte eigentlich "Cocteau Twins"-Chanteuse Elizabeth Fraser Lieder wie "Falling" oder "Floating" singen, wenn es nach David Lynch gegangen wäre. Doch es kam anders und Cruise hat mit ihrer Interpretation traumwandlerisch sicher ins Schwarze getroffen. Dennoch zerstritt sich das Dream(pop)-Trio Lynch/Badalamenti/Cruise so sehr, dass man verflixte sieben Jahre kein Wort mehr miteinander sprach, inzwischen hat man sich jedoch wieder versöhnt und es gibt sogar Gerüchte, dass Cruise bei der geplanten Fortsetzung von "Twin Peaks" wieder mitwirkt. Zudem kündigte Cruise für 2015 eine Welttournee an, man darf also gespannt sein, ob es vielleicht auch ein Date in Deutschland geben wird, zumal sie durchaus Verbindungen zu Deutschland hat: Mit dem deutschen Projekt "Pluramon" gibt es schließlich eine direkte Shoegaze-Verbindung, denn bei der Noise-Formation ist sie Gastsängerin und hat beispielsweise mit dem Song "Drowning in you" ein Meisterwerk des Genres abgeliefert, das sträflich unterschätzt ist und sich in das Gehör fräst wie eine "M83"- oder "My Bloody Valentine"-Hymne.
Cruise setzt ihre fragile und faszinierende Stimme auch gerne für Coverversionen ein, wie zum Beispiel Elvis Presleys "Summer Kisses, Winter Tears" oder David Bowies "Space Oddity". Am schönsten ist jedoch vielleicht R.E.M.'s "It's the End of the World as we know it" als tragische nd lakonische Abschiedshymne an diese profane Welt gelungen - we hear it, and feel fine...

Müssen wir bei so vielen schönen Verweisen und glücklichen Zufällen eigentlich noch erwähnen, dass das Cover von "Floating into the Night" eine Puppe ziert?  Nein, wir hören einfach hinein in den sublimen und atemberaubend schönen Dreiklang von Soundtrack, Shoegaze  und Coverversion der Miss Julee Cruise...





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